Geschichte der deutschen Kfz-Kennzeichen

Die Geschichte der deutschen Autokennzeichen reicht über 100 Jahre zurück. Von den ersten Nummernschildern der Kaiserzeit bis zum heutigen EU-Kennzeichen – eine spannende Zeitreise.

1906–1945: Die Anfänge

Am 1. Oktober 1906 wurden in Deutschland erstmals einheitliche Kennzeichen eingeführt. Das System verwendete römische Ziffern für die Länder (I = Preußen, II = Bayern, III = Sachsen etc.) gefolgt von einer Laufnummer.

Beispiel: IA 1 war das erste Berliner Kennzeichen.

1945 endete dieses System mit der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen.

1948–1956: Besatzungszonen

Nach dem Krieg führte jede Besatzungszone eigene Kennzeichen ein:

1956: Das moderne System

Am 1. Juli 1956 wurde in der Bundesrepublik das noch heute gültige System eingeführt:

Dieses System ermöglicht über 26 Millionen Kombinationen pro Zulassungsbezirk.

1990: Deutsche Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung wurden die DDR-Kennzeichen durch das westdeutsche System ersetzt. Neue Unterscheidungszeichen wurden eingeführt, z.B.:

1994: EU-Kennzeichen

Mit Einführung des Euro-Kennzeichens erhielten deutsche Nummernschilder den charakteristischen blauen Streifen mit EU-Sternen und dem Nationalitätskennzeichen „D".

Das neue Format: Weißer Grund, schwarze Schrift, reflektierend, fälschungssicherer als zuvor.

2012: Altkennzeichen-Revival

Seit November 2012 dürfen bei Gebietsreformen verschwundene Kennzeichen wieder ausgegeben werden – das sogenannte Kennzeichen-Liberalisierung.

Beispiele für wiederbelebte Kennzeichen:

2015: Kennzeichen-Mitnahme

Seit Januar 2015 können Fahrzeughalter ihr Kennzeichen bei einem Umzug innerhalb Deutschlands behalten – eine der größten Neuerungen der letzten Jahre.

Heute: 714 Unterscheidungszeichen

Aktuell gibt es in Deutschland 714 aktive Unterscheidungszeichen, verteilt auf 16 Bundesländer. Bayern führt mit den meisten Kennzeichen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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